Poppers: Die brisante Sexdroge zum Poppen?

Poppers, ein Name der gut klingt und irgendwie harmlos erscheint. In kleinen, knallbunten Fläschchen verpackt und zu einem Preis von unter 10 Euro im Internet erhältlich, ist der Inhalt alles andere als eine reines und unverfängliches Sex-Vergnügen …

Der Name Poppers stammt aus dem Englischen von to pop „knallen“ und ist auf das Geräusch beim Öffnen, in Form eines Knalls, der früher erhältlichen Glasampullen zurückzuführen, in denen Poppers enthalten waren. Aber auch die heutigen Fläschchen mit Schraubverschluss „ploppen“ beim Öffnen hörbar, was auf dem höheren Druck der flüssigen Schnüffelstoffe in der Flasche basiert.
Poppers - Amsterdam Special

Was sind Poppers überhaupt?

Poppers gibt es mittlerweile in zahlreichen Varianten und sind zumeist mit fantasievollen Namen, wie „Amsterdam Spezial“, „Bang“, „Nitro“, „TNT“ oder „Blackout“ versehen. Allen sogenannten „Aromaduftstoffen“ jedoch gemein ist die Tatsache, dass sie aus Amylnitrit, Isopropylnitrit, Cyclohexylnitrit oder entsprechenden legalen Mischungen samt charakteristischen Duft- und Aromastoffen kreiert werden.

Alkylnitrite wie etwa Amylnitrit wurden ursprünglich als Mittel gegen Angina Pectoris eingesetzt, aber aufgrund ihrer kurzen Wirkungszeit schnell wieder durch andere Mittel ersetzt.

Charakteristisch ist auch der chemische Geruch, der entfernt an Chloroform erinnert. Durch den Kontakt mit dem Sauerstoff in der Luft zersetzen sich die chemischen Substanzen relativ schnell, was in einem intensiven, stechenden Geruch bemerkbar macht. Zudem sollte man den Kontakt der Lippen zur Flasche vermeiden, da es sonst zu Verätzungen kommen kann.

Welche Wirkungen haben Poppers?

Die daraus entstehenden Dämpfe werden aus dem Gefäß inhaliert, was eine psychische Wirkung verursacht. Der sogenannte „Flash“ oder „Rush“ führt nach wenigen Sekunden zu einer Intensivierung des Empfindens und hält, abhängig von der inhalierten Menge, zwischen einer und zehn Minuten an.
Damit verbunden erfolgt eine vorübergehende Gefäßerweiterung, die auch durchblutungsfördernd wirkt. Halluzinogen wirkt das zwar nicht, aber führt zu einem aphrodisierenden Rauschempfinden und einem geringerem Schmerzempfinden.

Mit ein Grund, warum gerade Poppers teilweise auch vom passiven Partner vor dem Analsex konsumiert werden. Den durch den Effekt entspannt sich auch der Schließmuskel und beugt so durch Verkrampfung auftretenden Schmerzen vor.

Poppers tauchten erstmals in den 70er Jahren als Party- und Sexdroge auf und sind durchaus mit Vorsicht zu genießen. Denn auch, wenn der Konsum bis jetzt noch zu keinen bekannten körperlichen Abhängigkeiten geführt hat, kann der längerfristige und intensive Konsum zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Diese kann sich unter anderem in einer verhängnisvollen Unlust am puren Sex ohne Drogen offenbaren.

Sind Poppers „Legal Highs“ und legal?

Weiterhin handelt es sich bei Poppers, auch wenn sie legal erhältlich sind, um eine Droge, die aus chemischen Substanzen besteht. Da die frühere Grundlage ein Medikament war, ist es naheliegend, dass der Konsum Nebenwirkungen haben, die nicht zu verharmlosen sind und keineswegs unerhebliche Gefahren und Schäden zur Folge haben können.
Dies gilt insbesondere, wenn der vermeintliche Genuß in Kombination mit anderen Drogen und Medikamenten erfolgt. Poppers sollte man auf keinen Fall zusammen mit Potenzmitteln, wie Viagra oder anderen nitrathaltigen Medikamenten, einnehmen.

Poppers werden vielfach als „Legal Highs“ angeboten, aber der meist angegebene falsche Verwendungszweck als „Zimmerduft“ oder „Putz- bzw. Reinigungsmittel“, spricht eigentlich für sich. Und bei allen möglichen positiven Begleiterscheinungen, hat man den besten Sex doch in der Regel ohne jegliche chemische Hilfe, sondern mit einem Partner, den man begehrt und/oder liebt. Denn geiles Poppen geht auch ohne Poppers!