Bildstörung: Overlord und Valerie neu auf DVD

Mit zuletzt Overlord und der aktuellen Neuerscheinung Valerie legt das deutsche Label Bildstörung zwei weitere Film Highlights neu auf DVD auf.

Mit Overlord von Stuart Cooper, der Anfang Juni auf DVD erschienen ist, bietet Bildstörung eine bemerkenswerte und seltene Wiederentdeckung eines der „wichtigsten Filme über den Zweiten Weltkrieg“, so die New York Times. Der Gewinner des Silbernen Bären auf der Berlinale 1975 und DIE Wiederentdeckung auf dem Telluride Filmfestival von 2004 erscheint in der deutschen und Orginalfassung mit Untertiteln.

Overlord Cover BildDie Story von Overlord:

England mobilisiert 1944 seine Truppen. Auch der junge Tom Beddows muss sein behütetes Leben hinter sich lassen. Nach einem letzten Besuch bei seinen Eltern macht er sich gefasst auf den Weg zum Bahnhof. Die ersten Tage der Grundausbildung sind hart, doch nach und nach arrangiert er sich mit seinem neuen Leben als Soldat – wie all die anderen. So vergehen die Wochen. Nur dieser Traum lässt ihn nicht los: Ein Soldat läuft durch den Sand, reißt plötzlich die Arme hoch … fällt … dann kommt der Einsatzbefehl: Die Truppen sollen sich an der Südküste Englands sammeln.

Nachdem man auf Stuart Coopers Werk erst wieder durch eine Dokumentation im Jahre 2004, in der auch Ausschnitte aus Overlord zu sehen waren, aufmerksam wurde, feierte man ihn als bald zu Recht auch als eine der größten Wiederentdeckungen der letzten Jahre.
Denn virtuos montierte Cooper sorgfältig ausgewähltes und aufwendig restauriertes Archivmaterial zwischen die Bilder seines Spielfilms, die von Oscarpreisträger und Kubrick-Kameramann John Alcott (Uhrwerk Orange, Barry Lyndon, The Shining) mit Hilfe von alten Kameraobjektiven und original Filmmaterial aus jener Zeit kongenial in Szene gesetzt wurden. Nahtlos verschmelzen die Aufnahmen zu einem einzigartigen, poetischen Kriegsfilm, dessen Bilder noch lange nachwirken.

Das Einzige, was mit Overlord nicht stimmt, ist, dass er anderthalb Stunden zu kurz ist“, urteilte so gleich auch einst der unvergessliche Stanley Kubrick.

Wie bei allen bisherigen DVD-Editionen von Bildstörung bietet auch Overlord wieder jede Menge Extras in Form eines Audiokommentars und Kurzfilm von Stuart Cooper, ein umfangreiches Booklet und vieles mehr.

Overlord: Vom 2. Weltkrieg zur Märchenwelt von Valerie

Valerie – Eine Woche voller Wunder von Jaromil Jireš erscheint am 13. August 2010 als Originalfassung mit Untertiteln auf DVD. Der 40 Jahre alte Film, unter dem Motto „Alice im Wunderland trifft die Märchenbraut!“, entstand 1970 in der Tschechoslowakei und bietet in der neu aufgelegten DVD-Edition von Bildstörung nicht weniger viele Features.

Die Geschichte von Valerie:

Valerie Cover Bild

Als der jungen Valerie eines Nachts ein paar Ohrringe gestohlen werden, erwacht sie gerade noch rechtzeitig, um den Dieb davonlaufen zu sehen. Siel läuft ihm nach, doch auf ihrem nächtlichen Streifzug wirkt alles auf einmal seltsam fremd. Als am nächsten Tag eine Truppe Schausteller in ihr Dorf kommt, um für ein Hochzeitsfest zu spielen, bekommt die bisher heile Welt von Valeries wohlbehütetem Zuhause langsam Risse. Eine furcht erregende Fratze lächelt sie aus der Menge an und auch ihre Großmutter scheint irgendwie verändert, während Vampire und lüsterne Priester plötzlich im Dorf ihr Unwesen treiben.

Mit Valerie – Eine Woche voller Wunder liefert Jaromil Jireš einen surrealen Bilderbogen ab, der die aufgewühlte Gefühlswelt eines jungen Mädchens auf der Schwelle zum Erwachsensein zeigt. Das düster-poetische Märchen mit Horrorelementen, das auch Vorlage für Neil Jordans „Zeit der Wölfe“ war, bietet fantastische Bilder, eine tolle Ausstattung, die wunderbare Musik von Luboš Fišer und die umwerfende Jaroslava Schallerová in ihrer ersten Hauptrolle.
Ein hypnotisches Filmrätsel, das selbst 40 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner magischen Anziehungskraft verloren hat!

Entsprechend lobenswert äußerten sich auch amerikanische wie deutsche Medien: „Praktisch jedes einzelne Bild ist atemberaubend …“ so der Chicago Reader und Das Manifest schrieb: „Ein Film, dem man sich ergeben muss. Dann strahlt er in all seiner verwunschenen Schönheit.