Anzeige: Sexy.de

Entertainment bei German-Adult-News

Nach fast einem Vierteljahrhundert wurde nun endlich „La Bete“ von Walerian Borowczyk vom Index genommen und erscheint zum ersten Mal ungekürzt in Deutschland. Die DVD des außergewöhnlichen Skandalfilms ist als Special Edition und Limited Edition beim neuen Label Bildstörung erschienen. Doch das ist bei weitem nicht alles, was diesen Film auszeichnet und ihn so besonders macht!

La Bete – Die Bestie DVD Cover La Bete – Die Bestie

Genre: Spielfilm, Horror, Erotik

Land / Jahr: Frankreich 1975 (D 2009)
Laufzeit: 94 Minuten

Regie: Walerian Borowczyk
Studio: Bildstörung (Alive)

Darsteller: Elizabeth Kaza, Sirpa Lane, Lisbeth Hummel, Pierre Benedetti, Guy Trejan, u.a.

Format: DVD, PAL (16:9 anamorph), Dolby Digital 2.0 Mono (Dt./Frz.), dt. UT
Extras: Kurzfilm, Dokumentation, Interviews, Deleted Scenes, Behind the Scenes, Bildergalerie, Booklet

Mit „La Bete – Die Bestie“ schuf Walerian Borowczyk, der als einer der eigenwilligsten und außergewöhnlichsten Autorenfilmer seiner Zeit gilt, einen erotischen Skandalfilm ohne Gleichen. Denn noch ein Jahr vor dem nicht minder legendären „Im Reich der Sinne“ überschritten Regisseur Borowczyk und Produzent Anatole Dauman die Grenzen dessen, was Mitte der 70er Jahre gemeinhin auf den Leinwänden dieser Welt gezeigt wurde. Zumindest wenn man rein pornographische Filme wie beispielsweise „Deep Throat“ außen vor lässt.

Wenn man allerdings zu Beginn die reine Story betrachtet, hört sich die Geschichte des Biestes jedoch weniger spektakulär an: So droht einer alteingesessenen Adelsfamilie nach jahrelanger Misswirtschaft der finanzielle Ruin. Das Familienoberhaupt, in Form des Marquis Pierre de l’Esperance, sieht den einzigen Ausweg darin, seinen Sohn Mathurin mit der reichen amerikanischen Millionenerbin Lucy Broadhurst zu vermählen. Da die Väter seit vielen Jahren gute Freunde sind, waren die Weichen zu der Hochzeit schon lange gestellt. Einzig der Onkel des Marquis ist gegen die Hochzeit, da diese - gemäß einem alten Familienfluch - den Tod Mathurins Tod bedeuten würde.
Nach dieser erzählerischen Einleitung beginnt der eigentliche Film mit dem Eintreffen von Lucy und ihrer Tante auf den Anwesen. Für erste Aufregung sorgen jedoch weniger die Hochzeits-Vorbereitungen als vielmehr das Decken einer Stute auf dem Hof des Schlosses. Doch Lucy zeigt sich nicht von der animalischen Lust fasziniert, sondern auch von einem Gemälde Romildas, einer Urahnin der Familie. Bei einem nächtlichen Streifzug findet sie ein altes Buch mit der Zeichnung eines Biestes und Notizen. Mit einem sexuellen „Alptraum“ nimmt in der folgenden Nacht die Geschichte eine folgenschwere Wendung voller Exzesse. Aber war das alles am Ende wirklich nur ein Traum?

Die mehr als 90 Minuten von „La Bete“ sind in ihren Details so erzählreich wie unendlich interpretationsfähig. Dies spiegelt sich nicht nur in dem umfangreichen Bonusmaterial, sondern noch deutlicher indem 52 Seiten starkem Booklet zur DVD wieder, dass viele Aspekte des Films aufgreift und äußerst gelungen erläutert.
Kurz gefasst, erzählt Walerian Borowczyk eigentlich die alte Kindermär von der Schönen und dem Biest. Allerdings gestaltet er im Gegensatz zu anderen Verfilmungen wie „King Kong“, geschweige denn der Disney-Adaption, in denen dies noch nicht mal angedeutet wird, die sexuelle Facette der Geschichte bei weitem detaillierter aus. Für viele Zensoren und Behörden weltweit war dies zu viel des Guten und sie sahen die expliziten Bilder Borowcyks gar als pervers an. Zumal er den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte auch noch komplett umdrehte! Somit ist das Biest hier kein Prinz, sondern der Prinz ist in Wahrheit das Biest.
Trotz der teils drastischen Bilder und konsequent-kompromisslosen Interpretation der Geschichte, kann man „La Bete“ nicht einfach als Porno abstempeln, was er schlicht und ergreifend nicht ist. Denn auch wenn sich Borowczyk in einigen Momentaufnahmen an der Grenze zum Genre bewegt, so ist „La Bete“ viel eher ein barockes Ausnahmewerk, indem der Regisseur in visueller Hinsicht bewusst mit plakativen und provokanten Mitteln arbeitet. Dabei sollte man jedoch nicht verschweigen, dass es Borowczyk nicht immer gelingt, die Spannung über die Länge des Films aufrecht zu halten. So bleiben am Ende nur einzelne markante Punkte und insbesondere die Traumsequenz nachhaltig im Gedächtnis des Zuschauers hängen, während viele Dialoge und Einstellungen unnötig lang und inhaltsleer erscheinen.

So wandelt Borowczyk das verwunschene Märchenschloss in ein runtergekommenes Freudenhaus voller Lust und Intrigen um. Da schläft die Tochter der Familie heimlich mit dem schwarzen Diener, wenn sie es sich nicht direkt am Bettpfosten vergnügt. Der für die Hochzeit eingeladene Priester erweist sich gar als pädophil und bringt gar seine eigenen Lustknaben mit. Doch von knisternder Erotik ist in diesem Haus dennoch nicht viel zu spüren, vielmehr hängt eine schwere Trübsal in den dunklen Räumen, in denen sich ein düsteres Geheimnis nach dem nächsten offenbart.
Zu dieser Stimmung passt auch Lucys Faszination für das Tagebuch der Romilda de l'Esperance. Die Ahnin ihres zukünftigen Gatten führt zu dem Höhepunkt des Films in Form eines „schrecklichen „Alb-Traums“: In diesem wird Romilda von ihrer Neugier in den Wald gelockt, wo sie auf ein zerfetztes Schaf trifft und folglich auf das titelgebende Biest. Das Biest, sieht in der jungen Frau jedoch keineswegs sein Fressen, sondern ein Sexobjekt, was angesichts der riesigen Erektion keinesfalls zu übersehen ist. Nach einer kurzen Hetzjagd erfolgt die als skandalös betrachtete Sexszene zwischen dem Biest und der Frau. Trotz der formalen pornografischen Gestaltung ist die Szene alles andere als anregend, ist aber in seiner filmischen Inszenierung und Montage großartig umgesetzt. Dabei sollte man hinsichtlich des Biest-Kostüms aus heutigen Gesichtspunkten Gnade walten lassen. Letztendlich geht es ja auch weniger um das Biest, als vielmehr um den Verlust der Unschuld und die menschliche Gratwanderung zwischen Instinkt und Verstand.

Noch ein Wort zur DVD selbst, die mit Extras exzellent ausgestattet ist. Das Bild (im Format 1:166), der sorgfältig restaurierten Digitalfassung weist kräftige Farben und keinerlei Störungen auf. Hier kann man dem Label Bildstörung nur abermals ein dickes Lob aussprechen und der Besuch im Reich der Bestie macht damit umso größere Freude!
Auch Sammler sollten in Anbetracht der detaillierten und liebevollen Aufmachung über eine Neuanschaffung nachdenken.

Ansonsten ist nur noch zu sagen, dass „La Bete“ auch nach mehr als 35 Jahren ein außergewöhnlicher Film ist. Für Fans des europäischen 70er-Jahre Kinos nach wie vor essentiell, für alle anderen sicher eine Entdeckung fernab des Mainstreams wert. Die Katholische Filmkritik riet damals ab, wir raten heute immer noch zu!

Die Filme des Walerian Borowczyk:

Mit den beiden herausragenden Animationsfilmen „Renaissance“ (1963) und „Les jeux des anges“ (1964) legte der polnische Regisseur Walerian Borowczyk (1923-2006) den Grundstein seines filmischen Schaffens. Doch bereits drei Jahre später wandte er sich mit „Goto“ (1968) und „Blanche“ (1971) dem Realfilm zu. Dies stellte einen entscheidenden Wendepunkt in der Karriere des gelernten Lithographen dar, der inzwischen nach Frankreich umgezogen war.

In den Fokus seiner Filme rückt nun die Sexualität, was sich in „Blanche“ noch gediegen in Form von nackten weiblichen Körpern ausdrückt, aber spätestens mit „Unmoralische Geschichten“ grundlegend änderte. Mit dem sehenswerten Episodenwerk der „Unmoralischen Geschichten“ beginnt ein Zyklus, indem sich Borowczyk nicht nur mit der Entstehung und tabuisierten Formen der Sexualität auseinandersetzt, sondern auch wie sich diese in einer autarken Welt als Rituale und Fetische offenbaren.
Dabei stellen die 1975 entstandenen Werke „La Bete“, sowie „Docteur Jekyll et les femmes“ und „Unmoralische Novizinnen“ (1976) die besten und bedeutendsten Werke dar. Mit „Lulu“ folgte nochmal ein Höhepunkt, bevor reine Auftragsarbeiten („Emmanuelle V“ oder der Fernsehserie „Erotisches zur Nacht“) folgten.

Neben der zu recht gelungenen Fähigkeit Borowczyk erotische Phantasien intensiv zu visualisieren, wurde er von konservativen Kritikern ebenso oft für seinen Einsatz von jungen, attraktiven, und schauspielerisch unerfahrenen Mädchen kritisiert. Rückblickend betrachtet kann man viele der erotischen Szenen in seinem Werk aber eher als künstlerisch denn als pornografisch ansehen.
Im Verlauf seiner Karriere wurde Borowczyk unter anderem mit dem großen Preis der Berlinale ausgezeichnet worden und für die goldene Palme in Cannes nominiert.

GAN-Girl des Monats:

Unsere besonderen Empfehlungen:
Geiz ist Geil und diese Movies noch geiler.

Linktipps: