10. Fetisch Film Festival 2017 im Traumkino Kiel: Die Gewinner

Mit der diesjährigen Ausgabe, in Form des 10. Fetisch Film Festival feiert die Kieler Veranstaltung im Traumkino ihr 10-jähriges Jubiläum und hat sich seitdem einen festen Platz im Kino-Veranstaltungskalender abseits des Mainstreams gesichert.
Fetisch Film Festival Logo

Das 10. Fetisch Film Festival Kiel feiert Jubiläum

Im Gegensatz zum zwei Jahre zuvor ins Leben gerufenen Pornfilmfestival Berlin, welches sich stets allen erotischen Stilrichtungen, Formen und sexuellen Orientierungen offen zeigt und angemessen widmet, und in diesem Jahr bereits zum 12. Mal über die Kinoleinwand der Hauptstadt flimmert, setzten die Veranstalter in Kiel bei ihren Filmfestivals in Sachen Erotik eindeutige Schwerpunkte.
So konzentrierte man sich im Lauf der Jahre konsequenter und sinnvoller Weise auf zwei Genres samt ihren vielfältigen und schillernden Nischen. Zum einen mit dem Fetisch Film Festival auf den BDSM-Bereich, wie zum anderen mit dem, einige Jahre später ins Leben gerufenen Transgender Filmfestival auf den nicht minder vielfältigen „Trans“-Bereich angemessen reagieren zu können.

Insbesondere aber auch um den internationalen Künstlern und Filmschaffenden eine zentrale, wie breite Plattform zu bieten, um ihre Werke öffentlich und in einem angemessenen wie seriösen Rahmen zeigen zu können und Feedback des Publikums zu erhalten.
Und um dies nicht weniger angemessen präsentieren zu können, entschied man sich angesichts der Schnittmengen wie auch Grenzbereiche in Sachen Fetisch, wie zum Beispiel im Fall von Crossdressing, im Lauf der Jahre für zwei Filmfestivals, um beiden Genres und dazugehörigen Nischen einen entsprechenden Rahmen bieten zu können.

Beide Filmfestivals gemeinsam sollen und sehen sich als ein Beitrag zur Aufklärung, sexueller Selbstbestimmung, Vielfalt, Toleranz und vor allem auch Akzeptanz. Zudem will man im Fall des Fetisch Film Festivals die BDSM-Subkultur stärken. Den Kreativen, Darstellern, wie Publikum will man nicht minder auch einen Erkenntnisgewinn über sich ermöglichen und abseits von Computern, eine reale Möglichkeit zur Kommunikation und Begegnung bieten.

Das 10. Fetisch Film Festival im Traumkino Kiel

Im grauen Schatten von „Fifty Shades of Grey“:
Das Programm des 10. Fetisch Film Festivals

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass seinerzeit, als der erste Event über die Bühne ging,  das Thema SM zwar schon auf dem Weg steigender Akzeptanz war, aber als ein Subkulturthema auch noch das Potenzial zu einem Millionenerfolg haben könnte, war sicherlich für niemanden vorhersehbar. Doch mit der Glamour-Romanze Fifty Shades of Grey, welches erst als Buchform zu einem Bestseller avancierte und später auch noch als Film-Trilogie aus Hollywood ein Erfolg wurde, sollte alles anders werden…

Eine Tatsache, der man sich auch beim 10. Fetisch Film Festival widmete und so kann man davon ausgehen, dass auch der finale Part der Trilogie im Februar 2018 sein Publikum auf der großen Leinwand finden wird.
Umso trauriger stimmt da die Tatsache, dass gerade und vor allem kleine Independent-Produktionen vom Bestseller- und Hollywood-Boom sowie dem allgemein durchaus gestiegenen Interesse am Thema BDSM in keinster Weise profitieren können. Die entsprechenden Filme bleiben leider unter dem Wahrnehmungsradar, wenn sie denn überhaupt ins Kino kommen.

BDSM Filme und Programm ohne Regeln beim 10. Fetisch Film Festival im Traumkino Kiel

So zeigte sich beim diesjährigen 10. Fetisch Film Festival, dass es neben dem kuriosen Phänomen von Fifty Shades of Grey, doch noch einen weiteren Trend gibt, der den ein oder anderen mehr oder weniger überraschen wird:

Qualitäts-Produktionen kommen vor allem aus dem Gay-Bereich und nachdem beim 9. Fetisch Filmfestival die Mapplethorpe-Doku „Look at the Pictures“ der große Abräumer beim Festival 2016 war, sind es diesmal gleich zwei Dokumentationen aus dem Gay-Bereich.
Neben der Dokumentation über das Chicago-Leather-Archive „By the People“ überzeugte und begeisterte die Jury, wie auch das Publikum, vor allem der dokumentarische Spielfilm „Tom of Finland“.
Das Werk erzählt die Geschichte des unscheinbaren finnischen Zeichners Touko Laaksonen (1920–1991), der als „Erfinder“ des schwulen Ledermanns mit perfektem Körper und Erotik bis zum Anschlag gilt. Mit seinen muskulösen Männer-Zeichnungen avancierte er zu einer schwulen Ikone und sein filmisches Denkmal wird ab dem 5. Oktober auch in deutschen Alternativ- und Independent-Kinos zu sehen sein.

Die Gewinner und Awards des 10. Fetisch-Filmfestivals 2017

  • Best Feature Film: „Tom of Finland“ von Dome Karukoski
  • Best Actress: Dakota Johnson in „Fifty Shades of Grey“
  • Best Actor: Pekka Strang in Tom of Finland“
  • Best Documentary: „By The People“ von Christina K. Court
  • Best Short Film: „Cake“ von Anne Hu
  • Best Actress in a Short Film: Daniella Rabbani in „Cake“
  • Best Actor in a Short Film: Marcel Mohab in „Nicoles’s Cage“
  • Best Short Documentary: „Shine“ von Isabel Faintych
  • Best Posters: „Fifty Shades Darker“ & „Nicoles’s Cage“
  • Best Website for a Movie: www.fiftyshadesmovie.com
  • Best Music Video: „Leaving the Ghost Boat“ von Brutuss64
  • Best Concert-Performance: „Fetish Baroque“
  • Best long Clip: „Kinky Boss“ (SweetFemdom)
  • Best Female Performance in a long clip: Sadie Holmes in „Kinky Boss“
  • Best Trans-Performance in a long clip: Lance Hart in „Kinky Boss“
  • Best Short Clip: „Cuckold Queen“ (filmedbyduke)
  • Best Female Performance in a short clip: „Vanessa likes loyal Slaves“ (menareslaves)
  • Best Male Performance in a short clip: „Vanessa likes loyal Slaves“ (menareslaves)
  • Best Trans-Performance in a short clip: Lance Hart in „Mona saves an Angel) (SweetFemdom)
  • Best Membership-Website: menareslaves.com

Das 10. Fetisch Film Festival im Traumkino Kiel mit Jubiläum