12 SM Film Alternativen zu Fifty Shades of Grey im Kino!

0
374

Fifty Shades of Grey“ ist überall! Wohin die Augen nur schweifen und die Ohren gerade mal lauschen, wird man mit dem Buch, Film oder irgendetwas anderem, sofern es auch nur annähernd damit zu tun hat, oder manchmal auch nicht, konfrontiert.

Fifty Shades of Grey FilmplakatImmerhin hat die permanente Berichterstattung quer durch alle Medien zumindest den positiven Aspekt hat, dass sich mal wieder alle Welt öffentlich mit dem Thema Erotik beschäftigt. Mal mehr, mal weniger seriös und wie sich der „50 Shades of Grey“-Hype aus praktizierender BDSM Sicht darstellt, hat Hera Delgado in unserer aktuellen Erotik Kolumne erläutert.

50 Shades of Grey: Fakten zum SM-Bestseller

Nichtsdestotrotz sind die nackten Zahlen zum Buch wie zum Film beeindruckend: 100 Millionen verkaufte Bücher in 51 Ländern und 37 Sprachen. Davon entfallen allein auf Deutschland 10 Millionen verkaufte Exemplare. Schaut man sich die Vorverkaufszahlen und Karten-Reservierungen für den Kinofilm an, scheint sich der Erfolg von „Fifty Shades of Grey“ nicht nur im Kino zu wiederholen, sondern auch noch diverse Mainstream-Hollywood Blockbuster zu toppen.
Zumindest die Vorpremieren und das erste Wochenende, inklusive Valentinstag, dürften die Kinokassen endlich mal wieder klingen lassen. Ob oder wie schnell die Besucher enttäuscht sein werden, steht auf einem anderen Blatt.

 Im Rückblick betrachtet ist es allerdings auch mal wieder herrlich amüsant zu sehen, wie schwer sich gerade mal wieder die US-amerikanische Filmindustrie mit dem Thema BDSM und speziell in diesem Fall auf der großen Leinwand tut.

Fifty Shades Of Grey Buch CoverDabei ist die SM-Thematik filmhistorisch wie auch literarisch gesehen bei weitem nicht neu und eigentlich keinen Aufreger mehr wert. In den USA mit einem R-Rating versehen, gibt’s in Deutschland gleich gar keine Jugendfreigabe. Aber das es keine Hardcore-Sex-Szenen oder SM-Praktiken zu sehen geben wird, versteht sich von vornherein selbst.

Die Porno-Adaptionen von „Fifty Shades of Grey“

Für diejenigen, die mehr sehen wollen, ist die Auswahl an SM- und Fetischfilmen jedoch immens groß und bietet für jeden etwas. Und wer unbedingt eine Hardcore-Version von „Fifty Shades of Grey“ sehen will, kann dies schon seit dem Erfolg des ersten Bandes ohne weiteres genießen. Sind doch in den USA schon vor Jahren diverse „Shades of…“ Porno-Parodien und Verfilmungen entstanden.

 Das jetzt jedoch kaum noch jemand darüber spricht liegt nicht nur an der kontinuierlich sinkenden Relevanz des Hardcore DVD-Markts, sondern auch an der rigiden Vorgehensweise gegen jegliche Parodie oder Adaption des Stoffes. Und wie massiv gegen Porno-Produzenten wegen tatsächlicher und angeblicher und tatsächlicher Verletzung von Urheber- und Lizenzrechten eingeschritten wurde, zeigt der Fall von „Fifty Shades of Grey – A XXX Adaptation“ von Smash Pictures.

Bound by Desire DVD CoverDer mehrfach ausgezeichnete Film verschwand nach einer, in finanzieller Hinsicht, ziemlich schmerzhaften außergerichtlichen Einigung in der Versenkung. Aus der geplanten Adaption aller drei Romane wurde seitens des Labels dann kurzerhand die eigene und nicht weniger gelungene Serie „Bound by Desire – Act 1-3“.

Official Pleasure Collection: „Fifty Shades of Grey“ Sextoys

Umso vielfältiger tobt sich dagegen die Erotik-Industrie in Punkto Sextoys aus und somit sind unzählige „Shades of …“ Sexspielzeuge und Accessoires jeglicher Colouer erhältlich. Unter anderem natürlich auch eine offizielle und von E.L. James persönlich geprüfte „Official Pleasure Collection“. Kurioserweise eigentlich müsste man sagen, da die Autorin selbst ja nicht unbedingt mit eigenem Fachwissen oder Erfahrungen zum Thema beigetragen hat.
Immerhin können sich die Erotik-Shops und -Mailorder seitdem über zahlreiche neue und interessierte Kundinnen freuen. Im Gegensatz zur männlichen Käuferschicht, die häufig nur Filme gekauft hat und sich nun im Internet mit kostenlosen Tubesites befriedigt, kaufen Frauen nicht nur mehr, sondern auch teuere Toys und Accessoires.

Den Aussagen einiger Inhaber zufolge, ist man zwar über den Startermin von „Fifty Shades of Grey“ am Valentinstag nicht unbedingt glücklich, aber umso mehr darüber das der Absatz von Augenbinden, Handschellen (mit und ohne Plüsch), Liebeskugeln, Peitschen, Fesseln und SM Einsteiger-Sets rapide zugenommen hat, sodass man teilweise gar nicht mehr mit der Lieferung nachkommt. Ein Seltenheitsfall in der Erotik-Branche, der seinesgleichen sucht und das wohl für lange Zeit. Insofern kann man gespannt sein, wie lange der Run auf diese Art von Toys anhalten wird und ob von dem Hype auch auf SM-Artikel spezialisierte Hersteller kurz- wie langfristig profitieren werden.

Fifty Sahdes of Grey Toy CollectionAbschließend darf man auch gespannt sein, inwiefern sich der „Fifty Shades of Grey“ Boom auf andere Filme auswirkt, die sich gleichfalls mit dem Thema SM auseinandersetzen. Denn während viele jetzt gespannt auf die „Fifty Shades of Grey“-Verfilmung warten, überschattet der vermeintliche Blockbuster leider auch zahlreiche kleinere, aber thematisch umso hochwertigere Produktionen, die bereits und demnächst zum Thema BDSM in den Kinos laufen. Allerdings weniger in den Multiplexen als vielmehr in den kleinen, aber feinen Programmkinos dieses Landes.

SM-Welle im Kino und auf DVD: 12 SM Alternativen zum „Fifty Shades of Grey“ Film

Im Keller“ von Ulrich Seidel läuft bereits und ist ein Dokumentarfilm aus Österreich, der zeigt, was im Verborgenen abläuft. Dabei gibt es allerdings nicht nur viel harten SM, sondern auch allerlei andere Kuriositäten zu sehen.

Mit „Top Girl – La Deformation Professionnelle“ läuft seit Mitte Januar der zweite Film aus Tatjana Turanskyjs „Frauen & Arbeit“-Trilogie. Im unterkühlten und von Geld regiertem Berlin versucht die 29-jährige Schauspielerin Helena als Sex-Dienstleisterin über die Runden zu kommen, indem sie Domina-Sessions für ausgebrannte Manager anbietet.

Auch „Remedy“ läuft seit einigen Tagen im Kino. Das autobiografisch geprägte Underground Drama von Cheyenne Picardo trennen jedoch, wie alle anderen genannten Filme hier, Welten vom konservativen „Mommy Porn“ Kitsch a la E. L. James. Aufgrund ihres Interesses an Fetisch und SM beginnt eine junge Frau in einem New Yorker BDSM-Etablissement zu arbeiten.
Als „Mistress Remedy“ arbeitet sie zuerst als professionelle Domina, um sich bald der lukrativeren Tätigkeit in der devoten Rolle zuzuwenden. Schnell stellt sie fest, dass ihre privaten Neigungen nichts mit dem Druck und den Risiken in diesem Geschäft zu tun haben. Soll sie gehen oder weitermachen, um sich und anderen etwas zu beweisen? Ihr Stolz macht ihr die Entscheidung nicht leicht…

Mit „Die Geschichte der O“ kehrt ein echter Erotik-Klassiker auf die Leinwand zurück, der anno 2015 zum ersten Mal im Kino ungekürzt zu sehen sein wird. 1975 erschien die Buchverfilmung, die von weiblicher Unterwerfung als Liebesbeweis erzählt: Nackte Frauen in Ketten und Männer in Anzügen, erweisen sich als ein Traum für Dienerinnen und Herren. Der Stil von einst ist heute Retro-Chic und auch wenn man sich über Mode, Frisuren und Musik amüsieren kann, ist und bleibt der Film etwas Besonderes.

Mit „Der kleine Tod“ erscheint in den nächsten Wochen eine unerhörte wie warmherzige Sexkomödie aus Australien. Ein Film über Fetische, Geheimnisse und Schicksale, die zeigt, dass die schönste Nebensache der Welt riskant, romantisch, anstrengend und vor allem lustig sein kann. Dabei steht der „kleine Tod“ stellvertretend für die französische Redewendung „la petite mort“, die nichts anderes als den Orgasmus bezeichnet.
Und genau diesen wollen auch fünf Mittdreißiger-Pärchen wieder erleben, die in einer mittelmäßigen Vorstadt ihren Mittelklasse-Traum leben. Doch diese scheinbar sehr gewöhnlichen Paare haben sehr ungewöhnliche Fantasien, deren Verwirklichung sie so sehr beschäftigt, dass sie gar nicht den bedrohlichen Neuzugang in ihrer Nachbarschaft bemerken…

Im weiteren Verlauf des Jahres folgt „Das Zimmermädchen Lynn“ von Ingo Haeb, in der eine verlorene wirkende Hotelangestellte, heimlich Zeuge einer SM-Session wird, wodurch sich ihr ganzes Leben verändert:

R100“ ist ein bizarres Werk, wie es nur aus Japan kommen kann: Ein Mann verwirklicht seinen Wunsch, von dominanten Frauen im Alltag überrascht zu werden… Dabei hält Regisseur Hitoshi Matsumoto auch für den Zuschauer mehr als eine Überraschung bereit…

My Mistress“ ist das Spielfilm-Debüt des Werbe- und Musik-Video Regisseurs Stephen Lance. In dem Erotikdrama trifft ein australischer Teenager auf eine französische Domina, die von Emmanuelle Beart gespielt wird, und eine folgenreiche Affäre beginnen…

„The Duke of Burgundy“ erzählt in wundervollen Bildern die Geschichte einer Frauen-Beziehung, die sich zwischen Herrschaft und Unterwerfung bewegt.

Der Dokumentarfilm „Kink“ gewährt einen seltenen Einblick hinter die ansonsten verschlossenen Türen der BDSM-Film Produktionstätte Kink.com und auf eine Szene, die vielen auf den ersten Blick nicht nur als fremd, sondern auch gefährlich erscheinen mag. Ein Vorurteil mit dem BDSM nahezu immer zu kämpfen hat.

So realistisch wie „Kink“ gibt sich auch der englische „Fetish Club “, wenngleich der humorvolle Kultfilm aus und über die Fetischszene weder Hard- noch Softcore zeigt. Vielmehr handelt es sich um eine , waschechte britische Komödie, in der es um BDSM und das Recht auf freie Sexualität geht. Basierend auf dem Gerichtsurteil „Spanner Case“ kam das britische House of Lords im Jahr 1993 zu dem Schluss, dass Menschen, die einvernehmlich BDSM-Praktiken betreiben, trotzdem nach dem gängigen englischen Strafrecht für Körperverletzung verurteilt werden können und sadomasochistischen Praktiken damit bis heute faktisch strafbar sind. Angesichts der neuen Internet-Zensur in Großbritannien ein nach wie vor aktuelles Thema.

Auch wenn der „SM Richter“ inzwischen ein paar Jahre auf dem Buckel hat, bleibt der Film von Erik Lamens nach einer wahren Geschichte, einer der interessanteren Filme zum Thema. Richter Koen Allegaerts lebt mit seiner Frau Magda und seiner Tochter ein beschauliches Leben. Magda verfällt jedoch mit den Jahren in immer tiefere Depressionen, bis sie ihrem Mann gesteht, dass sie die letzten 30 Jahre über ihre ausgeprägte masochistische Veranlagung unterdrückt hat. Koen, der seine Frau über alles liebt, lässt sich daraufhin mit seiner Frau auf das Experiment BDSM ein.

Wir wünsche viel Vergnügen beim Vermehren der gewonnen Ansichten und Dank an Andy vom Fetisch Filmfestival Kiel für die Anregungen und Infos zu den Filmen!
Auch wenn im Artikel schon alles dazu gesagt wurde, soll der Vollständigkeit halber hier auch der Trailer zum Fifty Shades of Grey“ Film nicht fehlen.