Höllisch heiße Mädchen

Erstellt am 29. März 2010 Geschrieben von Tom
Nach der Beichte einer Liebestollen geht es im Rahmen der Erotik Classics von WVG mit Höllisch heiße Mädchen unverblümt weiter. Der Streifen erschien ein Jahr später und im Geburtsjahr des Rezensenten. Für Regie und Produktion zeichnete abermals Alois Brummer verantwortlich, der dieses Werk ursprünglich als Fortsetzung von Gefährlicher Sex frühreifer Mädchen konzipiert hatte, ihn fürs Kino aber dann doch noch umbenannte.

Höllisch heiße Mädchen - WVGHöllisch heiße Mädchen
„Gefährlicher Sex frühreifer Mädchen – Teil 2“, „Wild and Willing“

Genre: Sex, Klassiker

Land / Jahr: D 2010 (D 1972)
Laufzeit: ca. 92 Min.

Studio / Vertrieb: WVG
Regie: Alois Brummer

Darsteller: Elke Boltenhagen, Karin Böttcher, Josef Moosholzer, Kurt Meinicke, Karin Hoffmann, Claudia Fielers, u.a.

Format: DVD, PAL 4:3, Dolby Digital 2.0 (dt.), RC 2
Extras: Booklet

Höllisch heiße Mädchen erzählt von den amourösen Abenteuern der jungen Frau Angelika (und ihrem Ehemann). Alles beginnt mit einem von vielen Rückblicken inmitten eines Waldstücks. Dort wird ein junges Paar unbemerkt von einem jungen Mädchen beim Liebesspiel beobachtet. Unbedarft und unerfahren denkt sie eher an einen Mord als an die Liebe und eilt nach Hause, um ihre ältere Schwester Angelika zur Hilfe zu holen. Die erklärt ihr lapidar, dass das Pärchen lediglich Turnübungen macht und es folgt die Aufschlüsselung, dass es sich bei Angelika um die Hauptfigur vom Anfang handelt. Also, dem Ehepaar, dass ganz zu Anfang im Bett zu sehen war und auf deren Geschichte die Rückblicke basieren.
Nach einem Schnitt sieht man ein weiteres Pärchen, das sich miteinander vergnügt. Der Spaß ist jedoch schnell vorüber, als Angelikas Mutter auf eine Tasse Kaffee zu Besuch kommt. Während sich der Lover aus dem Staub macht, offenbart die Gastgeberin, dass sie sich mit dem Familiensilber die Schamhaare versilbern lassen hat. Ja, auf solche grandiosen Ideen ist man wohl nur in den 70er-Jahren gekommen. Jedenfalls ist Angelikas Mutter dermaßen begeistert, dass auch sie diesen einmaligen Schmuck haben will, was eine Nummer auf der Werkbank des Goldschmieds zur Folge hat.
Derweil hat Töchterchen Angelika mehr als einmal Stress mit dem gestrengen Vater, der den Verfall der Moral und Sitten fürchtet als sich Angelika mit ihrem Freund Robert trifft. Es kommt, wie es kommen muss und Angelika entflieht der elterlichen Obhut. Nun folgt ein Abenteuer dem anderen und Angelika landet zuerst in einer Kommune, danach bei ihrem Chef und zu guter Letzt in einer katholischen Besserungsanstalt. Zwischendurch ereignen sich unzählige kleine wie frivole Ereignisse, die von der Champagnerdusche über Sprünge vom Kleiderschrank bis hin zu Sexübungen mit einer Schaufensterpuppe reichen.
Am Ende steht jedoch ein sauberes Happy End, denn über den Umweg eines Massagesalons trifft Angelika doch noch ihren Traumprinzen, den sie sogar heiratet.

Höllisch heiße Mädchen oder "geistig einfältig"?

Angesichts des Endes hätte der katholische Filmdienst damals eigentlich jubeln können, anstatt auch diese Brummer-Produktion als „geistig einfältig“ abzustempeln. Damals hart, heute fast schon ein Qualitätsmerkmal. Gut, um ehrlich zu sein, ist auch diese Produktion kein cineastisches Meisterwerk, aber wiedermal ein echter Erotik Classic mit allen Vor- und Nachteilen.
So steht natürlich auch hier der Exploitation-Faktor an erster Stelle und einige der Episoden wirken sehr konstruiert, auch wenn sie am Ende mit allen Irrungen und Wirrungen mehr oder weniger schlüssig zueinander finden.

Wer sich darauf einlässt, wird sogar angenehm unterhalten und kann sich neben reichlich nackter Haut und 70ties-Flair auch noch an einigen gelungene Gags, sowie der hervorragenden Besetzung, erfreuen. Wie bei vielen Filmen aus der Zeit stimmen leider auch hier die Namen der Akteure vielfach nicht.
In der Hauptrolle von Höllisch heiße Mädchen ist auf jeden Fall wieder Karin Götz (aka Eva Karinka) zu sehen, die bereits in "Beichte einer Liebestollen" begeisterte.
Weiterhin zählen auch wieder Elke Boltenhagen (aka Elke Hagen), Johannes Buzalski, Leopold Gmeinwieser, Britt Corvin, Karin Hoffmann und Josef Moosholzer zu den zahlreichen bekannten Gesichter der damaligen bayrischen Filmlandschaft.
Nicht zu vergessen an dieser Stelle ist übrigens Konstantin Wecker, der hier einen der Freier im Massagesalon mimt.

Die Bild- und Tonqualität ist auch diesmal wieder recht ansehnlich, was auch für den Preis und die Aufmachung der DVD samt Booklet über die Erotik Classics von WVG zutrifft.

Höllisch heiße Mädchen kann man Genre-Fans bedenkenlos empfehlen, wenn auch nur diese an diesem Werk ihre Freude haben werden. Dafür jedoch eine ganze Menge und ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, was ich von vielen anderen Erotik-Produktionen der letzten Jahre (wenn nicht gar Jahrzehnte) nicht gerade behaupten kann!


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