10. Pornfilmfestival Berlin 2015 gibt Programm zum Jubiläum bekannt!

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10. Pornfilmfestival Berlin 2015Unglaublich, aber wahr: Das Pornfilmfestival Berlin feiert in diesem Jahr schon sein 10-jähriges Jubiläum! Eine mehr als erfreuliche Tatsache und Filmproduzent Jürgen Brüning hat damals wohl auch in seinen kühnsten Träumen nicht damit gerechnet, dass sich das Experiment „Pornfilmfestival Berlin“ zu einer echten Erfolgsstory entwickeln würde.

Zu viele Faktoren sprachen anno 2006 gegen ein unabhängiges Filmfestival zum Thema Pornografie, dass auch noch ohne Förderung und Einflussnahme von jeglicher Seite stattfinden sollte. So zeigten sich angesichts des Namens und der gezeigten Inhalte sowohl Medien wie auch erste Gäste mehr als skeptisch und zögerlich.

Pornfilmfestival Berlin: Kein leichter, aber ein erfolgreicher Weg!

Doch die positive Resonanz der ersten Jahre sollte den Machern um Jürgen Brüning Recht geben und mit dem Umzug des Festivals ins Kreuzberger Moviemento Kino (Kottbusser Damm 22, Berlin) im Jahr 2009 erfolgte auch ein Durchbruch auf breiter Basis.
Das Pornfilmfestival Berlin führte den eingeschlagenen Weg daher auch konsequent fort und setzte auch weiterhin weniger auf die klassische Pornografie als vielmehr auf ein breites Themenspektrum aus Sexualität, Geschlechter-Identitäten, Körper, Sexarbeit und Feminismus.
Und somit gilt das Pornofilmfestival Berlin auch im Jubiläumsjahr als eine der „weltweit zukunftsweisendsten und tabubrechendsten Kulturveranstaltungen“ überhaupt, die mittlerweile über 7.000 verkaufte Tickets pro Ausgabe verbuchen kann.

Zeitgleich mit der Bekanntgabe des Programms 2015 erreichte uns auch das Versprechen der Organisatoren, dass man auch zum 10. Jubiläum das Festival zwar beliebt zu bleiben aber nicht angepasst, angesagt aber nicht anbiedernd zu werden und stets politisch-feministisch zu sein ohne in political correctness zu erstarren.

Daher freuen sich die ehrenamtlich arbeitenden Organisator/innen im zehnten Jahr wieder auf eine bunte Mischung des Hetero/Homo/Queer-Publikums, dass mindestens zur Hälfte aus Frauen besteht, was einmal mehr beweist, dass die kritische und lustvolle Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität nicht den Männern vorbehalten ist.
Das Festival hat im Laufe der Jahre eine kommunikative Diskussions- und Begegnungskultur zwischen allen sexuellen Identitäten, Geschlechtern und sexuellen Vorlieben geschaffen – einen Raum wo sich die heterosexuelle Hausfrau, die auf „Blümchensex” steht, genauso wohl und ernst genommen fühlt, wie der Gummifetischist, die feministisch-sexpositive Lesbe oder der polyamouröse Hipster. Was zweifelslos auch mit den zu den größten Errungenschaften des Pornofilmfestivals Berlin zählt und den Besuch auch stets so angenehm macht.

Pornfilmfestival 2015: Behinderung, Revivals & feministische Perspektiven

Das Programm des 10. Pornfilmfestivals Berlin erweist sich wiedermal als bunt, überraschend und umfangreich: 26 Spielfilme, 13 Dokumentarfilme und rund 90 Kurzfilme (in 11 Kurzfilmprogrammen, wie u.a. „Lesbian Porn“, „Fetish Porn“ oder „Experimental Porn“) werden zum Jubiläum zu sehen sein, die mit neuen Programme („Berlin Porn“ und „Political Porn“) ergänzt werden.

Fest steht dabei schon jetzt, dass mit der Sex-Komödie „schnick, schnack, schnuck“ von Maike Brochhaus aus Köln, erstmals eine deutscher Spielfilm das Festival eröffnen wird. Den Abschluss bildet das lesbische SM-Drama „The Duke of Burgundy“ von Peter Strickland aus Großbritannien.

Mit einem Blick zurück auf die Filme, die in ihrem Umgang mit Sexualität ihrer Zeit weit voraus waren, läuft zum 40-jährigen Jubiläum erneut die „Rocky Horror Picture Show“. Das übrigens in jeglicher Hinsicht, da Richard O’Briens Musicalverfilmung Ende der 70er Jahre dauerhaft im Moviemento Kino (damals noch Tali) lief.
Ein weiteres Jubiläum: 20 Jahre „Hustler White“, der Film um die Sexindustrie in L.A. wird in Anwesenheit von Regisseur Bruce LaBruce wieder aufgeführt.
Eine Auferstehung im Rahmen des Festivals feiert das gute alte Bahnhofskino: mit der Doku „Cinema Perverso – Die wunderbare und kaputte Welt des Bahnhofkinos“ sowie mit dem Film „Ich – Ein Groupie“ mit Ingrid Steeger von 1970 und dem Beitrag zum Tode des Regisseurs Lasse Braun „Sensations“ von 1975.
Noch weiter zurück in die Zeit schaut ein Programm mit Pornostummfilmen aus den 1910er bis -20er Jahren, die mit Live-Musik aufgeführt werden.

Einen modernen und zukunftsweisenden Blick bietet der thematische Schwerpunkt „Sex mit Behinderung“. Hierzu laufen unter anderem Filme wie die deutsche Doku „Die Menschenliebe“, „Margarita with a Straw“, „Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“ und die spanische Doku „Yes we fuck“, sowie diverse Kurzfilme.

Mit dem schwulen Episoden-Drama „Like Cattle Towards Glow“ freut sich das Festival den ersten gemeinsamen Film von Zac Farley und Dennis Cooper zeigen zu können.

Anschauliche Perspektiven von Frauen und feministische Blicke auf das Thema Sex sind beim Pornfilmfestival nicht nur Wunschdenken: Wie jedes Jahr und anders als bei den meisten Filmfestivals sind beim Pornfilmfestival fast die Hälfte aller Filme von Frauen gemacht.
Verdeutlicht wird dies zum Beispiel in der Reihe „Filmmaker in Focus”, hier präsentieren dieses Jahr die Künstlerin und Filmemacherin Catherine Corringer aus Frankreich sowie die Pariser Fotografin und queer-feministische Pornofilmerin Emilie Jouvet ihre Kurzfilme.

Zum guten Ton des Pornfilmfestival Berlin gehört natürlich auch in diesem Jahr wieder ein Rahmenprogramm mit diversen Workshops, Performances, Vorträgen, Buchpräsentationen und natürlich Partys und Get-togethers.
Als Gesprächsrunden wird es unter anderem eine Diskussion zum Niedergang der deutschen Pornoindustrie geben. Außerdem stellt sich das 5-köpfige Kuratorium des PFF den Fragen und Anregungen des Publikums in einer eigenen Podiumsdiskussion.
Wie auch in den Jahren zuvor werden über die Hälfte aller Filmemacherinnen und -macher zum Festival anwesend sein. Erneut werden viele Gäste aus Australien sowie den USA aber auch dem europäischen Ausland erwartet.

Der Festival-Abschluss mit Preisverleihung findet am Sonntag, den 25. Oktober statt. Erstmals werden die drei Preise des Festivals – bester Spielfilm, bester Dokumentarfilm und bester Kurzfilm, jeweils mit je 500 Euro dotiert und vergeben von je einer dreiköpfigen international besetzen Jury – beim Abschlussabend im Südblock vergeben.

Das komplette Programm des 10. Pornfilmfestival Berlin 2015 wird ab Anfang Oktober online sein: www.pornfilmfestivalberlin.de

Der Vorverkauf für Tickets startet am 01.10.2015 unter: www.moviemento.de
10. Pornfilmfestival Berlin 2015 im Moviemento Kino