Beichte einer Liebestollen

Mit der Beichte einer Liebestollen nähert sich die Reihe der „Erotik Classics“ von WVG langsam aber sicher dem Ende, der insgesamt 45-teiligen Reihe der erotischen 70er Jahre Kino-Kult-Klassiker.

Beichte einer Liebestollen - Alpenröschen im Dirndlhöschen

Beichte einer Liebestollen

„Alpenröschen im Dirndlhöschen“, „Hay Country Swingers“

Genre: Erotik, Sex, Klassiker

Land / Jahr: D 2010 (D 1971)
Laufzeit: ca. 80 Min.

Studio / Vertrieb: WVG Medien
Regie: Alois Brummer

Darsteller: Eva Karinka (aka Eva Götz), Rinaldo Talamonti, Sandra Reni, Josef Moosholzer, Karin Hoffmann, u.a.

Format: DVD, PAL 4:3, DD 2.0 (dt.)

Nachdem ich angesichts des Titels, Covers und Produktionsangaben erst ein wenig irritiert war, offenbarte sich nach den ersten Minuten schnell, dass es sich bei Beichte einer Liebestollen um die UFA Video Veröffentlichung von „Alpenröschen im Dirndlhöschen“ handelt.
Und der stammt, wie viele andere Sexfilme aus den 70er Jahren, wieder mal von Alois Brummer. Entsprechend fehlt auch hier zu Beginn nicht das musikalische Intro in Form der „Ode an die Freude“. Davon abgesehen gibt es inhaltlich den typischen Genre-Mix, wenngleich es „Report“-mäßig beginnt und „Lederhosen“-mäßig endet.

Alpenröschen im Dirndlhöschen: Ein echter Alois Brummer


Beichte einer Liebestollen
erzählt die Geschichte der jungen und attraktiven Sabine. Nachdem sie ein Techtelmechtel mit dem Stiefvater im Krankenhaus hat, setzt sie ihre Mutter vor die Tür und es beginnt eine sexuelle Odyssee, die in einem bayrischen Wirtshaus endet.

Beichte einer Liebestollen Kino FilmplakatZuvor begegnet sie noch einem scheinbar seriösen Mann auf der Straße. Der lädt sie großzügig in sein Haus ein, wo er mit seiner nicht minder lüsternen Frau Sabine in die Freuden der Liebe einweist. Allerdings reicht das Sabine gerade mal eine Nacht und so macht sie sich auf den Weg, um das Glück auf dem Land zu finden. Unterwegs trifft sie auf Rinaldo, der sie auf dem Motorrad ein Stück des Wegs mitnimmt. Die gemeinsame Fahrt endet allerdings eher abenteuerlich und in missglücktem Liebesakt.
Daraufhin reist sie zu Fuß weiter und findet im nahegelegenen Dorf eine Anstellung als Hausmädchen im Wirtshaus. Allerdings erkennt sie auch hier schneller als ihr lieb sein kann, dass es auf dem Land nicht anders als in der Stadt zu geht und alle nur das Eine wollen.
So gerät sie, wie auch die anderen Dorfbewohner, von einer frivolen Situation in die nächste, die meistens horizontal und vom Bett über die Scheune bewältigt werden.
Nicht viel anders ergeht es übrigens auch und wie sollte es anders sein Rinaldo, der im gleichen Dorf auf einem Bauernhof gelandet ist.

Wie schon zu Beginn der Rezension angesprochen, stehen im Mittelpunkt der Produktion von Alois Brummer wiedermal die drei Eckpunkte, nackte Haut, Berglandschaften und zahlreiche bekannte Schauspieler, die diesen Klamauk ansprechen über die Laufzeit retten.
Neben der überaus aparten Karin Götz als Hauptdarstellerin glänzen in weiteren Rollen unter anderem Leopold Gmeinwieser und Annemarie Wendel (beide nicht in den Credits) sowie Josef Moosholzer, Johannes Buzalski und der ewig aufgedrehte Rinaldo Talamonti.
Nicht zu vergessen an dieser Stelle noch Karin Hoffmann, die hier als Hexe begeistert und unter anderem in „Rosemaries Schleckerland“, „Exstasen, Mädchen und Millionen“ oder „Eine Armee Gretchen“ für heiße und denkwürdige Augenblicke sorgte.

Beichte einer LiebestollenBeichte einer Liebestollen ist weder ein cineastisches noch Genre-Meisterwerk und Alois Brummer hat durchaus bessere Produktionen abgeliefert. Dennoch gibt es einige Höhepunkte, wie die Wirtshaus-Szenen mit Rinaldo Talamonti in bester Slapstick-Manier oder der unvergleichliche Hexensabbat. Inhaltlich zwar recht sinnentlehrt, aber dennoch irgendwie amüsant und spaßig. Wenngleich dies auch einige Längen nicht vollständig überdeckt.
Aber im Gegensatz zu vielen heutigen Erotik-Produktionen merkt man, dass die Schauspieler was von ihrem Fach verstehen und der mauen Story mit viel Charme, Witz und nackter Haut einen gewissen Unterhaltungswert verleihen, der Beichte einer Liebestollen für Genrefans noch sehenswert erscheinen lässt.

Zudem erscheint die originale Kinofassung von Beichte einer Liebestollen im Rahmen der „Erotik Classics“-Reihe von WVG-Medien als offizielle DVD-Erstveröffentlichung.
Neben dem passend gestalteten Coverartwork ist die technische Seite der DVD durchweg ordentlich und auch das digital überarbeitete Bild kann sich sehen lassen. Abgerundet wird die DVD mit einem liebevoll gestalteten Booklet, dass über die Erotik-Classics Veröffentlichungen informiert.