Grafenberg Spot (Mitchell Brothers / RIBU Film)

Der Grafenberg Spot ist längst zum legendären Erotik-Filmklassiker des US-amerikanischen Pornofilms avanciert, versammelt der ordentlich budgetierte, auf Filmmaterial gedrehte Kultporno doch etliche Genre-Größen der damaligen US-Adult Entertainment Industrie vor der Kamera.

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Außerdem nahm sich der Film eines bis dato noch nicht behandelten Themas an, dass zudem keine Erfindung darstellt: Den Grafenberg-Punkt, benannt nach seinem Entdecker Ernest Grafenberg, gibt es wirklich.
Im Innern der Vagina befindet sich diese Stelle, die vermutlich ein Nervenbündel der Klitoris darstellt. Durch Stimulation mit dem Penis oder einem Finger kommt es bei der Frau im Moment des Orgasmus zu einer Art Ejakulation. Die Flüssigkeit, die wie oft fälschlich behauptet kein Urin darstellt, schießt dann explosionsartig aus der Scheide.

Genau dieses Phänomen der weiblichen Ejakulation, welches man heute als „Squirting“ bezeichnet, erlebt die hübsche Leslie (Ginger Lynn) nun schon seit einiger Zeit. Die Männer, mit denen sie zusammenlebt, kommen damit gar nicht klar.
So ist auch Michael (Harry Reems) verunsichert, als seine Hübsche ihm ins Gesicht spritzt. Durch mangelnde Aufklärung kommt es zur Trennung, da Leslie diese Art von Höhepunkten genießt, Michael jedoch nicht weiß, was ihm da widerfährt. Leslie sucht Hilfe bei Dr. Reynolds (Annette Haven), und dort findet sie Antworten auf ihre Fragen.
Zwischendurch lenkt sich Michael mit diversen Sexabenteuern ab. Als Höhepunkt wäre da die starke Szene mit Tracy Lords zu nennen. Zusammen mit einem Freund vernascht Michael die wilde Tracy. Dabei wird ordentlich geblasen (zwei Männer gleichzeitig!), und es gibt sogar ein für die damalige Zeit nicht standardmäßiges Sandwich zu bewundern. In Amerika wurde die Szene später herausgeschnitten, als bekannt wurde, dass Tracy Lords zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch nicht volljährig war. In Deutschland ist diese Sequenz meines Wissens niemals zensiert worden.
Nachdem Leslie zwischendurch noch mit Johnny (John Holmes) zusammenkommt (sexuell natürlich!) und Michael eine Episode mit der bezaubernden Nina Hartley erlebt, kommt es schließlich zur finalen Aussprache. Die beiden versöhnen sich, und der klassische Orgien-Showdown, in dem noch einmal die kühle, aber dennoch wunderbare Annette Haven auftaucht, gibt dem Ganzen einen positiven Ausklang. Männer wie Frauen spritzen durcheinander, die Probleme erleben ihre Auflösung durch eine komplette Freisetzung sexueller Energie.

Erotikstars und Geschichten rund um den Grafenberg Spot

Was gibt es noch zum Grafenberg Spot zu sagen? Ginger Lynn sah damals absolut attraktiv und sexy aus, somit entstand der Film zu ihrer heißesten Phase.
Als der Film 1985 gedreht wurde, hatte John Holmes seine Haftstrafe bereits abgesessen, und war gerade im Begriff, seine Karriere wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Er war wegen der zwielichtigen „Laurel Canyon“-Affäre inhaftiert worden, in der sein Freund und Drogendealer Bill Deverell zusammen mit zwei anderen Männern und einer Frau ermordet aufgefunden wurde. Holmes wurde verstört am Tatort aufgefunden und verweigerte jegliche Aussage. Somit wurde nie geklärt, was genau passiert ist.
Auch wird nie sicher sein, ob John Holmes bereits mit dem HIV-Virus infiziert war, als Grafenberg Spot entstand. Ginger Lynn wird es egal sein, sie ist jedenfalls unbeschadet aus der Sexszene herausgekommen.

Der Film war dermaßen erfolgreich, dass er eine Fortsetzung nach sich zog. Im zweiten Teil des Grafenberg Spot trifft Porno-Star Ron Jeremy auf eine Frau, die ihn mit ihrem Abspritzen überrascht.
Er kommt auf die clevere Idee, aus dieser Flüssigkeit ein Parfüm zu machen, das unendliche Geilheit verbreitet. Ein spaßiges Sequel, das jedoch in den Hardcore-Szenen dem Original weit unterlegen ist.

Also, warum ist Grafenberg Spot so empfehlenswert? Der Film ist enorm unterhaltsam, hat ein interessantes Thema, viele Stars und geile Sexszenen.
Einige Ideen muten vielleicht etwas amüsant an, zum Beispiel erklingt Art Flugzeuglärm, kurz bevor die Frauen kommen. Das passt aber ganz gut zu der lockeren Art, in der sich der Film seiner Thematik widmet.
Einige Kritiker warfen ihm vor, zu viel Pseudophilosophie zu enthalten. Das stimmt so nicht, denn die Abstände zwischen Hardcore-Sequenzen sind von normaler Länge für einen Porno mit Spielfilm-Handlung. Einige Gedanken, die sich Charaktere machen, sind im Gegenteil recht witzig synchronisiert.
Die weiblichen Ejakulationen sollen angeblich alle unecht sein, falls das stimmt, muss man doch sagen, dass gut getrickst wurde.

Und abschließend sollte man als deutscher Kunde nicht vergessen, dass man mehr zu sehen bekommt als der amerikanische Konsument, nämlich Tracy Lords. Der Film ist des Öfteren neu aufgelegt worden und relativ problemlos zu bekommen. Allerdings sollte man, wie gesagt, von den meist geschnittenen US-Fassungen Abstand nehmen.
Wer ihn noch nicht gesehen hat: Unbedingt los zur Videothek oder zum Shop und ansehen!


Grafenberg Spot

Originaltitel / Alternativtitel: Double Insight for Traci Lords, G-Spot, G-Point
Genre: Erotikfilm, Porno Spielfilm, Pornofilm Klassiker, Squirting
Land / Jahr: USA 1985
Laufzeit: ca. 79 Min.
Studio / Vertrieb:  Mitchell Brothers / Ribu Film
Regie: Artie Mitchell
Darsteller: Ginger Lynn, Harry Reems, Annette Haven, John Holmes, Amber Lynn, Lilli Marlene, Nina Hartley, Tracy Lords, u.a.
Format (Bild + Ton): DVD/VHS, PAL 4:3, Stereo
DVD Extras: ?