Japan – Die Monsterinsel

Japan – Die Monsterinsel lautet der Titel des neuen Buches von Jörg Buttgereit, das gleich in mehrfacher Hinsicht mein Interesse weckte. Zum einen hinsichtlich des Autors, dessen Arbeiten ich sehr schätze, und zum anderen aufgrund des Themas: Dem widmete sich Jörg Buttgereit bereits 2002 in seiner TV-Dokumentation „Die Monsterinsel“ für den WDR. Und wie Jörg Buttgereit, begleiten Godzilla und seine japanischen Monsterkollegen mich auch schon seit frühster Kindheit.

Japan die monsterinsel buch cover von Jörg Buttgereit Ich bin mir zudem nahezu sicher, dass sie es letztendlich waren, die meine bis heute andauernde Faszination für das Medium Film erweckten. Sicher trugen auch zahlreiche andere Filme ihren Teil dazu bei … Aber dennoch bleibt mir bis heute der Urschrei Godzillas in lebhaftester Erinnerung, als ich ihn vor Urzeiten erstmals über die Super 8 Wohnzimmer-Leinwand unserer Nachbarn stampfen sah. Aber nun genug der Kindheitserinnerungen und auf zur Monsterinsel!

Bevor Japan – Die Monsterinsel mit dem ersten Godzilla Film aus dem Jahre 1954 beginnt, bietet die Einleitung samt Prolog einen ersten Einblick in die Faszination des Autors für Godzilla sowie das Genre des japanischen Monsterfilms. Damit verbunden erfolgt in dem „unautorisierten Japan-Monster-Film-Führer“ von Jörg Buttgereit auch eine fortlaufende Erörterung, warum Godzilla, Gamera und Co. nicht nur Metaphern für den Weltuntergang in Form von Erdbeben, Seebeben, Taifunen und Atombombenexplosionen in Japan sind, sondern warum sie gleichermaßen als kindliche Identifikationsfiguren und Symbole der persönlichen und politischen Macht dienen.

Dies vollziehen Jörg Buttgereit und eine stattliche Anzahl an namhaften Gastautoren, wie unter anderem Stefan Höltgen, Christian Keßler, Olaf Möller, Dr. Marcus Stiglegger, Ingo Strecker und Bodo Traber, in ihren jeweiligen Rezensionen vom ersten bis zum aktuell letzten Godzilla Film. Dabei fällt die Vielfalt der Autoren in diesem Fall durchaus positiv auf, da nahezu alle Autoren mit ihren gleichermaßen informativen und kompetenten Rezensionen glänzen und ihren jeweiligen Film aus eigener Sicht betrachten.

Weiterhin findet man in Japan – Die Monsterinsel noch zahlreiche Interviews mit Personen, die Jörg Buttgereit bei seiner Rundreise durch Japan interviewt hat. Darunter der Darsteller von Godzilla, Special Effects Leiter und Regisseure wie Ishiro Honda, die sich zum Thema und ihrem persönlichen Verhältnis zu den Monstern äußern.
Neben den Godzilla-Filmen findet sich aber noch ein weiteres umfangreiches Kapitel über Gamera wie über diverse weitere japanische Monsterfilme.
Abgerundet wird das Buch neben dem Filmindex vor allem durch die hilfreichen DVD-Tipps, in denen man alles über die jeweiligen und besten DVD-Veröffentlichungen der einzelnen Filme erfährt.

Fazit: Japan – Die Monsterinsel von Jörg Buttgereit ist weit mehr als ein schlichtes Fanbuch. Viel mehr erweist es sich als ein wichtiges deutschsprachiges Lexikon des „Kaiju eiga“ (Bezeichnung für den japanischen Monsterfilm). Dafür spricht nicht nur die nette Aufmachung in Form der Fotos, Illustrationen, Anekdoten und Interviews, sondern auch die chronologische Aneinanderreihung der Filme, die sich trotz des Umfangs und dem geballten Hintergrundwissen flüssig lesen lassen.

Für alle Godzilla-Fans, und diejenigen, die es noch werden wollen, zweifellos ein Pflichtkauf, der sein Geld mehr als wert ist!
Aber auch alle anderen Filmfans sollten einen Blick drauf werden, da Japan – Die Monsterinsel auf unterhaltsame wie informative Art und Weise zeigt, dass es sich bei Godzilla, Gamera und Co. um weitaus mehr als um blöde Monster und Kinderkram handelt!


Japan – Die Monsterinsel

Genre: Literatur, Sachbuch, Lexikon (Film & Fernsehen)
Land / Jahr: Deutschland 2006
Verlag: Martin Schmitz Verlag
Autor: Jörg Buttgereit
Format: Gebundene Ausgabe, 256 Seiten